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Von Beuys zu Steiner

KI-Modellvariationen zu einem Text von R. Steiner, 1908
September 2026

 

Aus reiner Liebe am Schönen

Wenn man Joseph Beuys ernst nimmt, muss man konsequenterweise weiter zurückgehen – zu Rudolf Steiner. Und auch Rudolf Steiner nehme ich ernst; das war anfangs durchaus nicht so. Was er sagte, klang zunächst ziemlich verrückt, gemessen an den materialistisch-naturwissenschaftlichen Grundlagen unserer Bildung und unserer Konditionierungen überhaupt. Aber für einen Künstler, der ich damals ja schon sein wollte, liegt gerade im Verrückten, Andersartigen ein Reiz – und im Laufe der Zeit haben sich diese Phantasmagorien, wie sie oft genannt wurden, konsolidiert. Es gibt nämlich eine Möglichkeit: Man nimmt Aussagen von Steiner zunächst als Hypothese für wahr an und versucht dann, soweit es irgend geht, sie zu verifizieren. Auf diesem Weg kam zuerst Respekt und dann große Bewunderung für Rudolf Steiner auf, denn eigentlich alles, was nachprüfbar war, erwies sich auch als wahr. Dazu kamen die Erfahrung der inneren Stimmigkeit eines über 350 Bände umfassenden Gesamtwerks und die Lektüre seines Lebenslaufs, in dem man sieht, was dieser eine Mensch alles initiiert hat – von der Pädagogik und Heilpädagogik über die biologisch-dynamische Landwirtschaft bis hin zur damals zeitgenössisch modernen Betonarchitektur, und, und, und … Das soll hier aber nicht Thema sein; es ist in vielerlei Literatur nachlesbar. Für der Anthroposophie Unkundige werden diese Gespräche freilich schwierig werden, weil einiges vorausgesetzt wird, was ein spezielles spirituelles Wissen verlangt.

Es gibt bei Steiner einige Stellen, die schon damals ziemlich direkt auf ein Szenario hindeuteten: dass es bald riesige und sehr mächtige Maschinen geben wird und dass diese sich auch gegen den Menschen wenden können. Das steht in enger Verbindung mit bösen Wesenheiten wie den ahrimanischen. Steiner hat eine differenzierte Leseweise des Bösen ausgearbeitet: dass es ein Zuviel und ein Zuwenig gibt, ein Tendieren auf die eine oder die andere Seite hin – ein sehr einsichtiges Bild. Ist das Wetter zu heiß, ist es nicht gut für den Menschen; ist es aber eiskalt, ist es ebenso wenig gut. Das Böse kann eigentlich nur gefasst und überwunden werden, wenn man die Mitte zwischen diesen beiden Kräften hält, ein Gleichgewicht findet. Man kann das am Menschheitsrepräsentanten sehen, der Hauptplastik Rudolf Steiners.

Ich habe allen vier KI-Modellen, die in meiner Reichweite sind, eine veröffentlichte esoterische Stunde zugesandt, gehalten in München am 16. Januar 1908, habe eine Frage gestellt und dann jeweils ein Gespräch sich entwickeln lassen – Gespräche, die, wie Sie sehen werden, sehr unterschiedlich verlaufen.

Die Exponate der verschiedenen KI-Modelle sind wie sie kamen: ungeglättet, unkorrigiert, ungeschönt – auch inhaltlich, für Sie zu Studium der neuen, künstlichen Entität. 

Autorenschaft dieses Blattes
Länger – Text
Fable – leichtes Lektorat
September 2026

 

 

Quellen der Steiner-Zitate in den Gespräche – als PDF

PDF   Esoterische Stunde, München, 16. Januar 1908 (GA 266a)
PDF   „Goethe als Vater einer neuen Ästhetik“, Wien 1888 (GA 30)
PDF   „Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen“, 3. Vortrag, Dornach, 25. November 1917 (GA 178)
PDF   „Der innere Aspekt des sozialen Rätsels“, Vortrag, Zürich, 27. Oktober 1919 (GA 193)